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Die Partisanen der NATO
Stay-Behind-Organisationen in Deutschland 1946-1991

Die Geschichte der deutschen Schattentruppen im Kalten Krieg.

Im Kalten Krieg existierten in Westeuropa zahlreiche illegale Untergrundorganisationen, die im Fall eines sowjetischen Überfalls hinter der Front als Partisanen kämpfen sollten, gestützt auf geheime Erddepots mit Waffen, Sprengstoff und Funkgeräten. Die sogenannten Stay-Behind-Netzwerke flogen erst Anfang der 1990er Jahre auf. Die Bundesregierung veröffentlichte 1991 lediglich ein vierseitiges Informationspapier, in dem sie die Auflösung der Stay-Behind-Organisation (SBO) bekannt gab. Erst durch zahlreiche Anfragen der Autoren gab der BND Akten über seine Schattentruppe frei und ließ Interviews mit ehemaligen SBO-Mitarbeitern zu.

Anhand dieser Materialien und umfangreicher CIA-Akten geben die Autoren einen Einblick in die Kriegsszenarien und das Weltbild von Geheimorganisationen, die über vier Jahrzehnte lang ohne parlamentarische Kontrolle operierten, und zeigen deren Verflechtung mit NATO-Partnern auf.

Erich Schmidt-Eenboom/Ulrich Stoll:
Die Partisanen der NATO. Stay-Behind-Organisationen in Deutschland 1946-1991,
Ch. Links Verlag: Berlin 2015, ISBN 978-3-86153-840-0, Preis 22,00 €

Bonusmaterial zum Buch finden Sie unter Texte online!

   


"Entrüstet Euch!"
Nuklearkrise, NATO-Doppelbeschluss und Friedensbewegung

In dem von Christoph Becker-Schaum, Philipp Gassert, Martin Klimke, Wilfried Mausbach und Marianne Zepp herausgegebenen Sammelband "Entrüstet Euch!". Nuklearkrise, NATO-Doppelbeschluss und Friedensbewegung hat unser Vorstandsmitglied Marianne Zepp, Programm-Managerin der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv, die "Ratio der Angst". Die intellektuellen Grundlagen der Friedensbewegung" analysiert. Ihr Fazit: "Die Friedensbewegung der 1970er und 1980er Jahre ist ohne den Friedenskonsens der deutschen Nachkriegsgesellschaft nicht denkbar. Durch die Überwindung der ideologischen Polarisierung während des Kalten Krieges und die zunehmend als bedrohend interpretierte nukleare Rüstung - besonders von amerikanischer Seite - wurden die bereits entwickelten Ansätze einer internationalen Friedensordnung u.a. durch Gegenexperten popularisiert. Begleitet wurde dies durch die diskursive Herstellung eines kollektiven Gefühls der Angst. Nationale Opferdiskurse wurden revitalisiert und verbanden sich mit Forderungen nach einem erweiterten nationalen Handlungsrahmen. Basierend auf einem intellektuellen Demokratisierungsschub seit Ende der 1960er Jahre hatte die Friedensbewegung dieser Zeit den Charakter einer politischen Selbstermächtigung und ist deshalb als ein wichtiger Faktor in der Demokratisierung der deutschen Nachkriegsgesellschaft zu werten."

Christoph Becker-Schaum, Philipp Gassert, Martin Klimke, Wilfried Mausbach und Marianne Zepp:
"Entrüstet Euch!". Nuklearkrise, NATO-Doppelbeschluss und Friedensbewegung,
Ferdinand Schöningh: Paderborn 2012, ISBN 978-3-506-77385-2

   


Im Schatten des Dritten Reichs
Der BND und sein Agent Richard Christmann

Der 1956 gegründete Bundesnachrichtendienst (BND) und sein Vorläufer, die Organisation Gehlen, rekrutierten in den 1950er Jahren viel Personal, das schon im Dritten Reich für Gestapo, SS oder den militärischen Geheimdienst gearbeitet hatte. Dazu gehörte auch der Lothringer Richard Christmann, im Krieg Doppelagent der Wehrmacht in den Niederlanden und der wohl erfolgreichste Agentenführer im besetzten Paris. Schon 1954 stieg er wieder ins Geheimdienstgeschäft ein und agierte für die Organisation Gehlen im Saarland bei der Propaganda im Vorfeld der Saarabstimmung und durch die Sabotageausbildung deutschfreundlicher Gruppen. Von 1956 bis 1961 als BND-Resident in Tunis eingesetzt, konterkarierte er unter anderem die offizielle deutsch-französische Versöhnungspolitik durch die gezielte Unterstützung der algerischen Unabhängigkeitsbewegung FLN gegen Frankreich. Matthias Ritzi und Erich Schmidt-Eenboom belegen am Fall Christmann die personelle und operative Kontinuität zwischen den Geheimdiensten der Nazis und der Bundesrepublik. Vor allem räumen sie mit der bis heute gültigen Legende auf, der BND sammle im Ausland nur Nachrichten und habe in bewaffneten Konflikten nie massiv zugunsten einer Partei interveniert.

Matthias Ritzi und Erich Schmidt-Eenboom: Im Schatten des Dritten Reichs. Der BND und sein Agent Richard Christmann,
Christoph Links Verlag: Berlin Oktober 2011, ISBN 978-3-86153-643-7, ca. 256 Seiten, Preis € 19,90

   


Histoire des Services Secrets Allemands

Michael Müller und Erich Schmidt-Eenboom haben im Herbst 2009 im Verlag nouveau monde éditions in Paris ein Buch in französischer Sprache vorgelegt, das die Geschichte des deutschen Auslandsnachrichtendienstes nicht nur bis zum Ende des Kalten Kriegs darstellt, sondern auch die Strukturen und Operationen des BND bis 2008 schildert. Befördert durch einige positive Rezensionen in der französischen Presse und im Rundfunk ist das Buch zu einem beachtlichen Erfolg geworden, der auch zu einer ganzen Reihe neuer Arbeitskontakte zu französischen Kolleginnen und Kollegen geführt hat.

Mueller, Michael et Erich Schmidt-Eenboom: Histoire des Services Secrets Allemands, Préface de Roger Faligot,
Nouveau Monde: Paris 2009, ISBN 978-2-84736-472-9, 635 Seiten

   


BND - Der deutsche Geheimdienst im Nahen Osten
Geheime Hintergründe und Fakten

Seit November 2005 macht der Bundesnachrichtendienst wieder negative Schlagzeilen. Über Jahre hinweg hat der Auslandsnachrichtendienst Deutschlands im Inland illegal Journalisten bespitzelt, andere als Medienspione auf Redaktionen und Kollegen angesetzt. Als angebliche Aufklärung hat die Parlamentarische Kontrollgruppe des Bundestags der Öffentlichkeit das vom BND gesteuerte Gutachten des Verfassungsrichters a. D. Gerhard Schäfer unterbreitet. Wie die Totalüberwachung von Medienleuten konkret aussah und welche hanebüchenen Unwahrheiten der Schäfer-Report enthält, stellt dieses Buch eingangs und ausgangs dar.

Vor allem aber lüftet der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom den Schleier, was die geheime deutsche Außenpolitik gegenüber arabischen Staaten betrifft: Für Ägypten und den Sudan, für den Irak und Syrien werden die Machenschaften und Winkelzüge von Geheimdienst und Regierung ins Visier genommen. Dabei geht es einerseits um die aktuell in die Kritik geratene Kooperation mit Foltergeheimdiensten im Nahen Osten und ihre wahren Beweggründe, andererseits um die Traditionslinien, in der dieses deutsche Engagement tatsächlich steht. Besonders aktuell ist die Darstellung der klandestinen Aktivitäten in Syrien und dem Libanon, vor dessen Küsten die Bundesmarine in "historischer" Mission unterwegs ist. Ihr Auftrag, den Waffenschmuggel zur Schiiten-Miliz Hisbollah zu unterbinden, ist ein Schlag ins Wasser.

Erich Schmidt-Eenboom: BND. Der deutsche Geheimdienst im Nahen Osten,
Herbig-Verlag: München 2006, ISBN 3-7766-2503-1, Preis € 19,90

   

Geheimdienst, Politik und Medien


Geht es um mögliche Verstrickungen deutscher Medien mit östlichen Geheimdiensten wie MfS oder KGB, so ist das öffentliche Interesse oft riesig. Merkwürdig ruhig ist es dagegen, wenn die Verbindungen zum Bundesnachrichtendienst dokumentiert werden. 

Erich Schmidt-Eenboom als versierter Fachmann mit Geheimdiensten vertraut, hat in den letzten Jahren intensiv dazu recherchiert. Er ist dabei auf einige Hundert neue Geheimdienstdokumente zum Thema des Buches gestoßen. Sie erlauben es, so manche Story über die Verquickung von BND und Medien fortzuschreiben, aber auch über völlig neue Fälle zu berichten, wie die Ausforschung von Gustav Heinemann.

Exakter noch als vorher war es ihm nunmehr möglich, das stille Miteinander – in anderen Fällen das auch verschwiegene Gegeneinander – von Bundesnachrichtendienst und Medien zu analysieren. Neben den Porträts einzelner Medien und Personen ist es ihm so möglich, die Methoden, Sachzusammenhänge und illustrierten Typologien nachrichtendienstlich-medialer Arbeit darzustellen und ein weiteres Stück Zeitgeschichte zu schreiben.

Meinungsmache UNDERCOVER eben.

Erich Schmidt-Eenboom: Geheimdienst, Politik und Medien,
Kai Homilius Verlag: Berlin 2004, ISBN 3-89706-879-6, 401 Seiten

 

Klaus Eichner und Gotthold Schramm (Hrsg.):
Spionage für den Frieden. Eine Konferenz in Berlin am 7. Mai 2004

Mit Beiträgen von Stefan Doernberg, Siegfried Prokop, Witali W. Korotkow, Milton Bearden, Alexander Karin, Rainer Rupp, Klaus Eichner, Werner Großmann, Wolfgang Schwanitz, Gabriele Gast, Hans Modrow, Markus Wolf, Erich Schmidt-Eenboom, Bodo Wegmann, Wolfgang Bayerlacher.
edition ost: Berlin 2004, 179 Seiten 
Zur Langfassung des Beitrags von Erich Schmidt-Eenboom über Geheimdienste und ihre Regierungen im Vorfeld, im Verlauf und in den Nachwehen des Irak-Krieges siehe Texte online.

 

Publikationen aus dem Forschungsinstitut für Friedenspolitik e.V. Weilheim
Eine Auswahl von Veröffentlichungen seit 1993

 


Im FF bestellbare Publikationen:

Bestellungen an Forschungsinstitut für Friedenspolitik, Postfach 1251, 82352 Weilheim oder per e-mail Heenboom@aol.com. Die Lieferung erfolgt gegen Rechnung.

 

Erich Schmidt-Eenboom (Hrsg.): 
Nachrichtendienste in Nordamerika, Japan und Europa.  
45 Länderporträts und eine Gesamtanalyse von 20 Autoren auf CD-ROM. Weilheim 1995.
Preis incl. Versand  € 40,-. Zum Inhaltsverzeichnis


Waltraud Befort und Erich Schmidt-Eenboom:
Literaturdatenbank Nachrichtendienste.
Teilkommentiertes Verzeichnis auf CD-ROM.
Ca. 13.000 Titel zu Nachrichtendiensten und verwandten Themen. Wird laufend aktualisiert.
Preis incl. Versand € 79,-. Zur Ansicht: Einträge unter Buchstabe A


Waltraud Befort und Erich Schmidt-Eenboom:
Nachrichtendienstlich relevante Personen in Deutschland seit ca. 1900 (ohne DDR).
Erfasst wurden bisher etwa 12.000 biografische Daten aus Primärquellen und der Sekundärliteratur.
Die Abfrage einzelner Kurzbiographien für wissenschaftliche oder publizistische Arbeiten ist möglich.
Zur Ansicht: Einträge unter Abel bis Alber


Erich Schmidt-Eenboom:
Schnüffler ohne Nase. Der BND - Die unheimliche Macht im Staat
Das 1993 im ECON-Verlag erschienene Buch als WORD-Datei auf CD-ROM.
Preis incl. Versand € 10,-.